Saunalexikon

Begriff Erklärung
Aufguss Der Aufguss wird meistens als der Höhepunkt des Saunabadens angesehen. Dabei werden die heißen Steine des Saunaofens mit Wasser, dem ein Duftkonzentrat nach Wahl zugegeben wurde, begossen. Das Wasser verdampft und erhöht kurzzeitig die Luftfeuchtigkeit in der Sauna.
Biosauna Die Biosauna ist eine kreislaufschonende Saunavariante. Im Vergleich zu der finnischen Sauna ist in der Biosauna die Temperatur niedriger und die Luftfeuchtigkeit höher. Die Temperatur liegt bei ca. 60°C und die Luftfeuchtigkeit bei ca. 45%.
Caldarium Das Caldarium gehört zu den Dampfräumen und ist ein Teil der klassisch-römischen Thermen. Es handelt sich dabei um einen Baderaum mit mehreren Warmwasserbecken und Podesten zum Ruhen. Die Temperatur beträgt ca. 50°C und die Luftfeuchtigkeit ca. 90%.
Dampfbad Auch in einem Dampfbad beruht das Wirkungsprinzip auf dem heiß/kalt -Wechsel. Die feucht-heiße Luft wird besonders bei Reizungen der Atemwege und der Schleimhäute als besonders angenehm empfunden. In einem klassischen Dampfbad wird die Temperatur von 45 bis 50°C und eine Luftfeuchtigkeit von 80-100% erreicht.
Essen und Trinken Die Experten empfehlen weder mit vollem noch mit leerem Magen zu saunieren. Optimal ist es, etwa 1,5-2 Stunden vor Beginn des Saunabesuches die letzte, leichte Mahlzeit zu sich zu nehmen. Nach dem Saunieren empfielt es sich ca. 1 Stunde mit dem Essen zu warten. Um die Entschlackung des Körpers zu fördern, sollte man zwischen den Saunagängen auf das Trinken verzichten und erst nach dem Saunabad den Durst mit Mineralwasser, ungesüssten Saftschorlen oder Kräutertees löschen. Wer echten Durst verspürt, kann diesen auch zwischendurch stillen. Auf Alkoholkonsum vor oder während des Saunabades sollte verzichtet werden!
Finnische Sauna In der finnischen Sauna wird die Luft mittels glühender Steine aufgeheizt. Die Luft ist mit 2-5% rel. Feuchte (an der Decke) extrem trocken, dadurch sind die Temperaturen bis zu 100°C gut zu ertragen. Die geringe Luftfeuchte kann durch einen Aufguß auf die heißen Steine des Ofens kurzzeitig erhöht werden. Kennzeichnend für das Saunabad ist der Temperaturwechsel . Nach der Überwärmung des Körpers im Saunaraum folgt die Abkühlung an der kühlen Außenluft sowie mittels Kaltwasseranwendungen.
Gesundheit Regelmäßige Saunabesuche wirken sich nachweislich positiv auf die Gesundheit aus. Das Immunsystem wird stabilisiert. Die Haut wird gereinigt und angeregt neue Zellen zu bilden. Das Herz-Kreislauf-Sytem wird mild trainiert und die Durchblutung verbessert. Der Stoffwechsel wird angeregt. Die Atemwege werden besser durchblutet und die Atmung unterstützt. Die Verdauungsorgane werden stärker durchblutet was die Regulierung der Darmtätigkeit unterstützt. Rheuma, Gicht, Gelenkprobleme und Arthrose werden gelindert. Die Muskulatur und Psyche entspannen.
Holz Das in der Sauna verwendete Holz sollte wenig Äste haben, nicht harzen und nicht splittern. Die richtige Holzart ist für die Optik und für das Wohlfühlklima in der Sauna entscheidend. Jelitto-Saunen können Sie in folgenden Holzarten genießen: Espe (Pappel) und Thermo-Espe, Fichte, Douglasie, Hemlock, Zeder sowie jahrhundertalte Kelo-Kiefer. Für die Saunabänke, Rückenlehnen und Kopstützen werden Hölzer mit einer geringen Wärmeleitfähigkeit, wie: Abachi oder Espe verwendet.
Infrarotkabine Die Infrarotkabine bietet eine Alternative zur Sauna. Die Körpererwärmung erfolgt mittels Infrarotlampen, -strahlern oder Flächenheizsystemen. Diese sorgen für Temperaturen zwischen 30° und 60°C bei geringer Feuchte.
jüngeres Aussehen In der Sauna erhöht sich die Hauttemperatur um ca. 10°. Die Wärme erweitert die Blutgefäße und öffnet Verbindungen zwischen den kleinsten Arterien und Venen. Die Haut wird sehr gut durchblutet. Die Nährstoffe können vermehrt herantransportiert und die Abfallstoffe intensiver abgegeben werden. Die Haut wird besser durchfeuchtet. Der Stoffwechsel in der Haut steigert sich um das Zwei- bis Dreifache. Die Hauterneuerung wird beschleunigt und intensiver. Nach einem Saunagang wird die Haut weicher, rosiger und straffer. Die Alterserscheinungen der Haut werden hinausgezögert. Die Finnen behaupten nicht ohne Grund: „Die Frauen sind am schönsten nach der Sauna“.
kaltes Wasser Die Wirkung der Sauna beruht auf dem Wechsel zwischen heiß und kalt. Bei der Abkühlung mit kaltem Wasser verengen sich wieder die, während der Aufheizphasse in der Sauna erweiterten, peripheren Gefässe und das Blut strömt vermehrt ins Körperinnere. Dies wird als sehr wohltuend und erfrischend empfunden. Die Gefahr einen „Kälteschock“ zu erleiden besteht nicht.
Luftzirkulation Eine optimale Luftzirkulation in der Sauna ist sehr wichtig. Ein Lufteinlass unter dem Saunaofen sorgt für frische und sauerstoffreiche Luftzufuhr. Gleichzeitig wird die verbrauchte Luft durch einen Luftauslass, der an der Oberseite der Wand und möglichst weit weg von dem Ofen positioniert ist, nach außen geleitet.
Muskulatur Die Wechseltemperaturen bei einem Saunabad führen zu einer besseren Durchblutung der Muskulatur bis in die tieferen Muskelschichten. Außerdem steigt die Sauerstoffsättigung des Blutes. Diese Vorgänge führen zu kürzeren Erholungsphasen nach dem Sport, da sich durch die Stoffwechselanregung nicht nur die Muskeln sondern auch Knochen, Sehnen und Bändern schneller regenerieren.
Nachschwitzen Nachschwitzen ist unbedingt zu vermeiden! Wer nachschwitzt hat sich nach dem Saunagang nicht genügend abgekühlt. Dies kann zu Kreislaufüberlastung und Infektionen führen.
Ofen und Steuerung Das Herzstück der Sauna bilden der Saunaofen und die Steuerung. Der nahezu wartungsfreie Elektro Saunaofen, der weitere Vorteile wie einfache Handhabung, kein Dreck und kurze Vorlaufzeit bietet, wird insbesondere im privaten Bereich dem Gas- und Holzofen vorgezogen. Der Elektroofen wird meistens mit sog. Saunasteinen betrieben. Die Leistungsstufe eines Saunaofens richtet sich nach der Größe der Sauna, dem Anteil der Glasfläche und der gewünschten Wärmeleistung. Der Kunde kann zwischen einem typisch finnischen Saunaofen und einem Biosaunaofen wählen. Der Bioofen ist mit einem Verdampfer ausgestattet und ermöglicht zusätzlich zur klassischen Nutzung ein Saunavergnügen bei neidrigerer Temperatur und höherer Luftfeuchtigkeit. Die Bedienung des Saunaofens erfolgt über ein Saunasteuergerät. Moderne Steuergeräte lassen sich schnell und intuitiv bedienen, zahlreiche Funktionen können schnell erreicht und eingestellt werden.
Psyche Die durch das Wechselspiel der Reize zu erzielende Entspannung wirkt sich auf die Psyche vorteilhaft aus und dient der Erhellung des Gemützustandes. Außerdem haben die Wissenschaftler Hinweise darauf, dass während des Saunierens im Körper Endorphine frei werden. Im akuten Stadium der Depression sollte jedoch vor dem Saunabad ein Arzt konsultiert werden.
Quästen Quast = Bündel; Das Quästen wird in Finnland praktiziert. Dabei wedeln die Saunierenden mit Birkenlaub-Bündeln über die Haut, so dass die Aufgusshitze besser Zutritt bekommt.
Ruhephasen Die Abkühlungs- und Ruhephase zwischen zwei Saunagängen soll etwa so lange dauern wie die Aufheizphase, also ungefähr 15 Minuten. Im Anschluss an den letzten Saunagang empfiehlt sich eine Nachruhe von 30 Minuten oder länger.
Saunageschichte Die Finnen haben aus dem asiatischen Grenzgebiet am Ural einen Vorläufer der Sauna nach Finnland mitgebracht. Dort hat sich eine eigene Form des Heißluftbades – das Schwitzbad entwickelt. Das Wort „Sauna“ heißt im Finnischen Erdgrube. Die finnische Sauna bestand nämlich zunächst aus einem Erdloch, das mit einer Hütte überbaut war. Dort wurde meist zu kultischen Zwecken geschwitzt. Bald nahm die Sauna die typische Form einer Blockhütte an, wo auf einem Holzofen liegende Kiesel und Basaltsteine so lange aufgeheizt wurden bis die Luft im Bereich der Decke eine Temperatur von ca. 100°C erreicht hatte und die Luftfeuchtigkeit nur noch etwa 10% betrug. Bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin wurde auf den Wunsch der Finnen in deren Trainingslager eine Sauna errichtet. Nachdem die Finnen bei vielen Disziplinen erstaunlich gut abgeschnitten hatten, lag der „Verdacht“ nahe, dass diese Erfolge auf die Nutzung der Sauna zurückzuführen sind. Das Interesse bei den Deutschen war geweckt. Durch den Ausbruch des Krieges begann der eigentliche Saunaboom erst 1948 mit der Währungsreform. 1950 zählte man bereits 300 öffentliche Saunen. Zur Zeit gibt es in Deutschland über 2.150 öffentliche Saunabetriebe.
Schweiß Abgesehen von dem verpönten Schweißgeruch, der durch Zersetzungsprozesse auf der Haut entsteht, hat der Schweiß nur positive Seiten. Ohne ihn wäre der Mensch nicht lebensfähig. Der Schweiß ist ein notwendiger Regulator des Wärme- und Wasser/Elektrolyte-Haushalts. Der ausgeschiedene Schweiß verdunstet in der Luft. Diese Verdunstung erzeugt Kühle. Der Organismus nutzt diesen Vorgang um unabhängig von der Außentemperatur die Körperinnentemperatur von ca. 37°C zu halten. Die, beim Saunieren ausgeschwitzte, Flüssigkeitsmenge sollte idealerweise durch die Zufuhr von Mineralwasser oder Fruchtsaftschorlen ausgeglichen werden.
Temperatur Während des Saunagangs steigt die Körpertemperatur um 1 -2°C an. Unsere Haut wird sogar um 3-10°C wärmer. Die ideale Lufttemperatur in der Finnischen Sauna beträgt 40°C in der Fußboden- und bis 100°C in der Deckennähe sowie 80°C auf der obersten und 65 – 70°C auf der mittleren Bank.
Überwärmung Die kurzfristige Überwärmung ist der eigentliche Zweck des Saunabadens und bezeichnet die, um 1 bis 2°C angestiegene, Körpertemperatur des Menschen.
Vorheizzeit Die Vorheizzeit der Sauna sollte mindestens eine bis eineinhalb Stunden betragen. Diese Zeit braucht das Holz der Wände, Bänke und der Decke um eine Strahlungswärme zu erzeugen, die in Verbindung mit der heißen Luft für ein schönes und angenehmes Raumklima sorgt.
Wechselwirkung Durch die Wechselwirkung von Wärme und Abkühlung wird die körpereigene Steuerung trainiert und harmonisiert. Die Wärme in der Aufheizphase bewirkt: psychische Entspannung, Blutdruck-Normalisierung, Erhöhung der Herzfrequenz, stärkere Schweißbildung und Muskelentspannung. In der Abkühlphase wird die Psyche angeregt, die Temperatur normalisiert sich, die Herzfrequenz sinkt, die Sauerstoffsättigung des Blutes steigt und die Blutgefäße werden trainiert.
Zeit Nehmen Sie sich genügend Zeitfür Ihr Saunavergnügen!
Damit Ihr Saunabad zu einem Genuß wird, sollten Sie zwei bis drei Stunden Zeit einplanen.
Quellen: „Sauna Gesundheitsvergnügen für Körper und Seele“ Dr. med. Karl M. Kirch, „Sauna unbeschwert genießen“ Dr. med. Ulrike Nowotny, Website Deutscher Sauna-Bund e.V.